Westphaliasaurus simonsensii
Fossil des Jahres 2026
Besondere Fossilien verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die Paläontologische Gesellschaft zeichnet darum jedes Jahr ein ganz besonders Fossil mit dem Titel „Fossil des Jahres“ aus.
Fossilien sind einmalige Zeugnisse der Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten. Sie geben Einblick in oft dramatische Veränderungen von Umwelt und Lebensbedingungen über unvorstellbar lange Zeiträume hinweg. Sie veranschaulichen, wie die heutige Vielfalt der Organismen im Laufe der Evolution entstanden ist, und dokumentieren auch Lebensformen, die heute nicht mehr existieren.
Das "Fossil des Jahres 2026" wird durch die „Westfälischen Vier“ repräsentiert – eine außergewöhnliche Gruppe mariner Reptilien, die vor über 200 Millionen Jahren begann, die Meere des Mesozoikums zu besiedeln und einen einzigartigen evolutionären Sonderweg innerhalb der Wirbeltiere darstellen.
Von Februar bis Mai hat das LWL-Museum für Erdgeschichte den langen Hals von Westphaliasaurus simonsensii aus Nieheim-Sommersell ausgestellt. Das Fossil stammt aus der Sammlung des LWL-Museums für Naturkunde in Münster und stand der Außenstelle in Bünde als Leihgabe zur Verfügung. Seit Juli haben die Besuchenden in Münster die Gelegenheit, das gesamte Westphaliasaurus-Skelett hautnah zu erleben.
Die Besonderheit des Fossils
Besonders spektakulär sind vollständige Fossilien und das Skelett von Westphaliasaurus ist beinahe komplett erhalten. Es ist bei Nieheim-Sommersell gefunden worden und weltweit einer der wenigen Plesiosaurier-Funde aus dem Pliensbachium (Unterjura). Zusammen mit Arminisaurus schuberti aus der Nähe von Bielefeld füllt es damit eine Lücke im fossilen Buch des Lebens. Neben Westphaliasaurus und Arminisaurus gehören aber auch der recht vollständig erhaltene Brancasaurus brancai aus der frühen Kreidezeit bei Gronau und Rhaeticosaurus mertensi aus der Nähe von Warburg zu den „Westfälischen Vier“. Letzterer stammt aus der späten Trias, ist stolze 205 Millionen Jahre alt und damit weltweit der älteste bekannte Vertreter der Paddelechsen.
Vor 66 Millionen Jahren starben die Plesiosaurier aus. Mit ihnen verschwand ein Körperbau, der keinem heutigen Tier ähnelt. In der Paläontologie sind Funde wie die der „Westfälischen Vier“ eine absolute Ausnahme, denn sie gestatten Einblicke in die Evolution und Lebensweise der Plesiosaurier. An den Knochen von Westphaliasaurus kann z.B. festgestellt werden, dass es sich sehr wahrscheinlich um ein beinahe ausgewachsenes Tier gehandelt hat, welches nach seinem Tod unter sehr sauerstoffarmen Bedingungen am Meeresboden abgelagert wurde.
Begleitprogramm zum Fossil des Jahres 2026
Das LWL-Museum für Erdgeschichte bietet im Jahr 2026 verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema Plesiosaurier an.
Vortrag: Westfälische Plesiosaurier
Freitag, 09.10.2026, 19 Uhr
Ein Vortrag in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Dobergmuseum e. V.
Vortrag: Westphaliasaurus simonsensii
Freitag, 13.03.2026, 19 Uhr
Ein Vortrag in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Dobergmuseum e. V.
Vortrag: Seekühe
Freitag, 17.04.2026, 19 Uhr
Ein Vortrag in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Dobergmuseum e. V.
Neuerscheinung
Die Welt der Plesiosaurier - Paläontologische Abenteuer
Achim Schwermann & Sven Sachs (Autoren) , Jan Ole Kriegs (Hrsg. 2026): Die Welt der Plesiosarier - Paläontologische Abenteuer. LWL-Museum für Naturkunde, 267 Seiten, ISBN 978-3-912101-02-7
Preis: 20 Euro (zzgl. Porto und Verpackung)
Im Museumsshop, Buchhandel und über das Servicebüro erhältlich.